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Amerikas utopische Gemeinschaften: Von den fehlgeschlagenen Experimenten der Plymouth-Kolonie in der kollektiven Landwirtschaft bis zu den Hippie-Gemeinden der 60er-Jahre - Timothy Miller

Amerikas utopische Gemeinschaften: Von den fehlgeschlagenen Experimenten der Plymouth-Kolonie in der kollektiven Landwirtschaft bis zu den Hippie-Gemeinden der 60er-Jahre - Timothy Miller

Eine der ältesten Traditionen in Amerika ist der Versuch (und meistens das Scheitern), eine utopische Gemeinschaft aufzubauen.

Denker der französischen Aufklärung wie Jean-Jacques Rousseau glaubten, dass eine neue, perfekte Gesellschaftsordnung entstehen könnte, wenn der Mensch in einen Zustand der Natur zurückkehren könnte, der frei von sozialen Bedingungen ist, die ihn mit seinem Nachbarn in Konflikt bringen. Das klingt heute nach hoffnungsvollem Wunschdenken, aber im Kontext des 19. Jahrhunderts war eine utopische Gemeinschaft wirklich nicht allzu weit hergeholt. Die Französische Revolution ist gescheitert, aber die ebenso radikale Amerikanische Revolution hat Erfolg gehabt. Wenn sich ein Land ohne König und Königin selbst regieren könnte, warum könnte es sich dann überhaupt nicht ohne Herrscher regieren? Viele utopische Denker fragten sich: Wenn eine griechische Regierungsform, die Demokratie, nach Tausenden von Jahren im Regal abgestaubt werden könnte, warum dann nicht andere verworfene Ideen ausprobieren? Vielleicht war die Zeit für Platons Vision einer Utopie gekommen.

Von den 1830er bis 1850er Jahren bildeten charismatische Führer Gruppen von 50 bis 100 Europäern, die einer Grundideologie oder religiösen Konfession folgten und kommunistische Gemeinschaften in ganz Amerika gründeten.

Heute spreche ich mit Prof. Timothy Miller von der University of Kansas. Er ist ein Historiker amerikanischer Intentionsgemeinschaften. Zu seinen Büchern gehören Die Suche nach Utopie im Amerika des 20. Jahrhunderts und Die 60er-Jahre-Gemeinden: Hippies und darüber hinaus. Er verbindet die utopischen Altgemeinden mit den Hippie-Gemeinden der 1960er Jahre

Die Kommunen, von denen die breite Öffentlichkeit glaubt, dass sie von Drogen geplagte sexuelle Unmoral befallen sind, haben das amerikanische Volk sowohl fasziniert als auch abgestoßen. Er argumentiert, dass die Absichtsgemeinschaften der 1960er-Jahre weitaus vielfältiger waren, als das Stereotyp der Hippie-Gemeinde vermuten lässt. Sehr viele von ihnen waren religiöser Natur und betonten die spirituelle Suche und den disziplinierten Lebensstil. Andere beruhten auf säkularen Visionen einer besseren Gesellschaft. Hunderte von ihnen sind so stabil geworden, dass sie heute überleben.

IN DIESER EPISODE ERWÄHNTE RESSOURCEN

Timothy Miller akademische Arbeit

Timothy Millers Blog

Schau das Video: Israel: Die Utopie der Realisten. Grundeinkommen. ARTE (Juli 2020).